10 Fragen 10 Antworten

Die folgenden 10 Fragen rund um ein zukünftiges BACHHAUS WEIMAR werden uns so häufig gestellt, dass wir beschlossen haben, Sie Ihnen vorab zu beantworten! Warum so viele Fragen? Weil das Grundstück, auf dem J.S. Bachs Weimarer Haus bis zum Winter 1988/89 stand, über ca. 200 Jahre eine komplexe und komplizierte Geschichte erlebt hat.

direkt zu den 10 Fragen


Die Vorgeschichte dieses singulären Ortes erzählen wir Ihnen gerne unter GESTERN
Den gegenwärtigen Status Quo erfahren Sie unter HEUTE
Und was die Zukunft bringen kann, lesen Sie unter MORGEN

Und was meinen SIE?

Wir möchten alle Interessierten herzlich einladen, auf unserem brandneuen weimar-bach-blog.de von Ihrem Recht auf Meinungsfreiheit Gebrauch zu machen und an dieser Stelle untereinander und mit uns über diese Fragen und unsere – sowie alternative – Antworten zu diskutieren! Ihre Meinung interessiert uns! Zudem erhalten Sie auf unserem Blog immer aktuelle News über unsere Aktivitäten, zum Stand des Projekts u.a.


Bachhaus Weimar?

Die 10 häufigsten Fragen … und eine *allerhäufigste Frage

1. Ist Weimar eigentlich eine Bachstadt?

Eine einfache Frage: Ja. Johann Sebastian Bach hat hier fast zehn Jahre gelebt und gearbeitet: von 1708-1717 war er am Weimarer Hof als „Hoff-Organist und Cammer-Musicus“, ab 1714 zudem als „Concertmeister“ angestellt.

Er wohnte mit seiner jungen Familie am Weimarer Markt 16, sein Wohnhaus wurde bei einem Bombenangriff im Februar 1945 bis auf den Erdboden zerstört. Alle überirdischen Reste hiervon, wie z.B. auch das nach dem Krieg wiedererrichtete Erdgeschoss, wurden auf SED-Geheiß noch 1989 abgerissen. Erhalten geblieben sind unterirdisch die originalen Renaissance-Kellergewölbe sowie die Grundmauern. Es ist dies heute der einzige noch in Ansätzen existierende, zudem in allen Bachstädten der einzig noch zu lokalisierende und aktenkundig verbürgte Ort, an dem Johann Sebastian Bach komponierte und lebte.

Hier schrieb Bach einen Großteil seines Orgelwerkes, über 30 Kantaten, zahlreiche Cembalowerke (darunter die chromatische Fantasie und Fuge), Frühfassungen der Brandenburgischen Konzerte sowie Teile der epochemachenden Partiten für Violine solo.

An diesem Ort wurden die beiden berühmtesten Bachsöhne geboren: Wilhelm Friedemann am 22.11.1710 sowie Carl Philipp Emanuel am 8.3. 1714. Weimar, die „Drei-Bäche-Stadt“!

Auf dieser „Basis“ kann, und wir meinen: muss ein BACHHAUS WEIMAR entstehen.

Was meinen Sie? Sagen Sie uns Ihre Meinung auf weimar-bach-blog.de

2.Gibt es nicht schon genügend Bachmuseen in Mitteldeutschland?

Eine Gegenfrage: Was bedeutet in diesem Zusammenhang „genügend“? Bach ist einer der bekanntesten Künstler der Erde – bis heute. Es ist einer Kulturnation angemessen, die Orte an denen er lebte zu erinnern und hier seine Biografie und seinen künstlerischen Werdegang erlebbar zu machen. Es wird außerdem zunehmend gewünscht, im „Bachland Thüringen“ die Lebensstationen Bachs als Tourist bereisen zu können –  Weimar stellt diesbezüglich eine peinliche Leerstelle dar.

Das reiche Leben und Werk eines Solitärs wie Bach bietet mehr als genügend faszinierende und wissenswerte Informationen, um jede seiner Wirkungsstätten attraktiv in Szene zu setzen: in Weimar zum Beispiel den „jungen Weimarer Bach“ in seiner ersten Meisterzeit - und seine beiden weltberühmten Söhne.

Zudem nimmt gerade Weimar unter den Bachstädten einen herausragenden Rang ein. Dies ist nicht unsere persönliche Meinung, sondern auch die des berühmten Bachforschers (und Befürworters eines Bachhaus Weimar) Prof. Dr. Christoph Wolff (Harvard-University, USA): „.... muss Weimar nach Leipzig als die zweitbedeutendste Wirkungsstätte des Komponisten gelten.“

Deshalb plädieren wir für ein Bachhaus Weimar

als: klingende Bach-Erlebnis- und Begegnungsstätte / einzigartiges Zeugnis des „musikalischen Weltwunders“ J.S. Bach / harmonische Komplettierung im Kontext Mitteldeutscher Bachgedenkstätten

mit: konsequent standortbezogenem Eigenprofil / essenziellem touristischem Potential für die Kulturstadt

weil: Weimar die gewichtigste Bachstadt Thüringens ist / nirgendwo weltweit ein vergleichbarer, nachgewiesener und authentischer Schaffensort J.S. Bachs existiert / eine adäquate Würdigung des bekanntesten Komponisten der Welt an dieser Stelle selbstverständlich ist

Überzeugt? Sie befinden sich in guter Gesellschaft: Selbst das Bachhaus Eisenach - das hauseigene Museum der „Neuen Bachgesellschaft Leipzig“ - ist seit 2010 institutionelles Mitglied unseres Vereins. Lesen sie hier das aktuelle Statement des Bachhauses Eisenach zu einem BACHHAUS WEIMAR.

Sind SIE dennoch nicht überzeugt? Auf weimar-bach-blog.de erfahren wir gerne von Ihnen, warum!

3. Braucht Weimar wirklich noch ein Museum?

Eine prinzipiell nachvollziehbare Frage; wir meinen: ja. Aber nicht ein verstaubtes Museum mit Haarlocken in Vitrinen schwebt uns hier vor, sondern eine lebendige, interaktive und vor allem klingende Bach-Begegnungsstätte „zum Anfassen“! Unsere Argumente:

  • Bach ist neben oder besser mit Goethe, Schiller und dem Bauhaus der international zugkräftigste „Magnet“ Weimars.
  • Bachs Musik muss man nicht übersetzen – sie ist Weltsprache. Im Zeitalter der Globalisierung ein starkes Argument dafür, dass Weimar mit seinen Musik-Pfunden wuchert. Bach gehört in Weimar nicht nur in die erste – sondern in die allererste Reihe!
  • Weimar ist als Klassikerstadt weltberühmt – die Musikstadt Weimar steht ungerechtfertigt im Schatten. Zudem war Thüringen im Barock eine der fruchtbarsten Musiklandschaften Europas - Bach ist hier „nur“ die Spitze eines Eisberges, dessen spannende Historie ebenfalls in einem BACHHAUS WEIMAR anklingen sollte.
  • Die Weltkulturstadt Weimar lebt – wie der Name sagt - von Kultur als wichtigstem „Markenzeichen“. Ein Identifikations-Ort des wahrscheinlich berühmtesten Künstlers der Welt an seiner zweitlängsten Wirkungsstätte fügt dem kulturellen Spektrum der Stadt eine essentielle Facette hinzu.
  • Die berühmtesten Bachsöhne sind hier geboren – nicht nur Alleinstellungsmerkmal, sondern auch ein Brückenschlag sowohl in die „Weimarer Klassik“ wie auch hin zu einem attraktiv-innovativen Bach-Bild: der junge „Weimarer Bach“. Bachstadt Weimar – neu entdeckt!

Trotzdem Zweifel? Äußern Sie diese gerne unter: weimar-bach-blog.de

4. Was soll denn da gezeigt werden?

Eine spannende Frage! Und eine ebenso spannende Antwort: Bachs Weimarer Jahre waren vielleicht seine innovativsten! Böse Zungen behaupten sogar, er habe „in seinen Leipziger Jahren nur noch von sich selbst abgeschrieben“...

Hier einige Ideen/Experimentierräume/ Einblicke in und für eine zukünftige Begegnungsstätte BACHHAUS WEIMAR:

  • In moderner und für seine Zeitgenossen sogar schockierender Weise experimentierte der „junge Wilde“ Bach in Weimar mit neuen Formen und Instrumentaltechniken.
  • Inspiriert vom Violinvirtuosen Johann Paul von Westhoff verwendete er „avantgardistische“ Violintechniken, wie z.B. Doppelgriffe: im Bachhaus Weimar entstand eine bis heute gültige „Grammatik der Violine“ – und Teile der Solo-Violinpartiten, womöglich auch die berühmte „Chaconne“.
  • Hier lernte Bach die italienische Musik kennen, er bearbeitete Werke von Vivaldi, Torelli, Marcello und anderen.
  • Epochemachendes – wie zum Beispiel die Kreation der Gattung „Clavierkonzert“ – leisteten alle Weimarer „Bäche“ auf dem Gebiet der Musik für Tasteninstrumente.
  • Aber auch die Wiege der Wiener Klassik steht in Weimar: Carl Philipp Emanuels Wiege ... er wurde von Joseph Haydn zutiefst verehrt: ein Alleinstellungsmerkmal Weimars unter den Bachstädten.
  • Klang-Labo(h)r Bachhaus Weimar: moderne Medien machen den Entstehungsprozess Bachscher Werke erlebbar ... Wie notierte Bach Note um Note, wie fügte er seine Fugen? Einblicke in den Kosmos Bach.
  • Die Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar befindet sich unmittelbar neben dem ehemaligen – und zukünftigen – Bachhaus: ein Garant für fortlaufend „marktfrische, exzellente Musik-Lieferungen“ vor Ort!

Noch mehr? Lesen Sie hier.

PS: Zudem haben wir eine schriftliche Zusage für diverse Leihgaben aus dem Bachhaus Eisenach!

Und was würden SIE gerne in einem Bachhaus Weimar erleben? Schreiben Sie uns Ihre Wünsche und Ideen unter weimar-bach-blog.de

5. Wie hat Bachs Haus ausgesehen – und wie soll ein „neues“ Bachhaus aussehen?

Eine ebenso 1) offene wie 2) brisante Frage...

1) Leider haben wir (bis) heute keine historische Abbildung von Bachs Haus aus seiner Zeit – die bestehende Fassade wurde ja eben 1803 mit einer „neuen“, klassizistischen Fassade überblendet. Bachs Wohnhaus sah zu seiner Zeit aller Wahrscheinlichkeit nach ähnlich aus wie nahe liegende Gebäude am Markt aus der gleichen Zeit: Details zur Bauhistorie finden Sie hier. Das ehemalige Bachhaus hatte eine Grundfläche von ca. 9,5 X 11 Metern (ca. 104 qm) und bedeckte damit nicht einmal 5% des derzeitigen großen Parkplatzareals von 2287 qm. Selbst wenn man unter heutigen museumstechnischen Erwägungen die Fläche der angrenzenden Kellergewölbe des westlichen Teils des Erbprinzen für ein neues Bachhaus (ggf. auch partiell) hinzunähme, würden vom jetzigen Parkplatzgelände noch rund 2000 qm für anderweitige Baumaßnahmen verbleiben.

2) Bei der Frage nach dem Aussehen eines solchen Neubaus ergäben sich demnach drei Optionen:

  • Rekonstruktion (fiktiv, da Original nicht mehr bekannt) eines Hauses aus dem 16. Jhdt.
  • Stadtreparatur mit Wiederaufbau der Fassade oder weiterer Teile des Erbprinzen mit einem zu definierenden „Innenleben“ und (integriertem) Bachhaus
  • Moderner Neubau

Insofern: eine heute noch unbeantwortete Frage! Möchten SIE IHRE Meinung dazu sagen? Tun Sie das! Unter: weimar-bach-blog.de

6. Wer soll denn das alles zahlen?

Eine berechtigte Frage. Bach in Weimar hat seit 2007 – im Übrigen auf Bitte und Aufforderung von Vertretern der Schörghuber Holding selbst - nach Sponsoren für dieses Projekt gesucht. Und solche auch gefunden, denn J.S. Bach hat eine weltweite Fangemeinde. Nobelpreisträger Prof. Dr. Günter Blobel hat in einem Letter of Intent (LOI) erklärt, seitens der Friends of Dresden das Bachgrundstück für „Bach in Weimar“ e.V. zum Zweck der Erbauung eines Bachhaus Weimar erwerben zu wollen, und darüber hinaus in seinem internationalen Netzwerk aktiv und gemeinsam mit „Bach in Weimar“ e.V. nach Sponsoren für dieses Projekt zu suchen.

Denkbar wären an dieser Stelle daher viele Konstruktionen, wie zum Beispiel eine Stiftung oder partnerschaftliche Modelle eines „public-private“ Engagements. Dafür gibt es in Deutschland zahlreiche Beispiele, auch der Schörghuber Holding sind solche Konstruktionen aus eigenem Engagement bestens bekannt.

Die seit einiger Zeit stagnierende Situation (siehe Frage 7) darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass es an dieser Stelle viele Möglichkeiten und nachweislich auch Menschen gäbe, die hier Geld in die Hand nehmen würden – wenn es „Bach in Weimar“ e.V. denn „erlaubt“ würde, diese Gönner direkt anzufragen und solche Mittel für ein konkretes Projekt im Einvernehmen mit dem Grundstückseigentümer zu sammeln. Diese Optionen können jedoch aktuell und solange nicht zum tragen kommen, wie der Grundstückseigentümer keine Investitionsentscheidung mitträgt.

Vor diesem Hintergrund beantworten wir diese Frage ganz selbstbewusst: lassen Sie Bach in Weimar e.V. damit starten, konkret Geld einzuwerben - dann werden wir bei vielen Millionen Bachfans rund um den Globus die nötigen finanziellen Mittel für ein BACHHAUS WEIMAR finden!

Was meinen Sie? Sagen Sie uns Ihre Meinung auf weimar-bach-blog.de

7. Warum gibt es eigentlich noch kein Bachhaus in Weimar?

Eine gute Frage! Denn wie man an den Fakten sieht, wäre es seit neun Jahren möglich, darüber konstruktiv ins Gespräch zu kommen und mehr noch: an diesem singulären Ort konkret etwas gemeinsam zu bewegen. Nach einer positiven Entwicklung in den Jahren 2005 – 2011 stagnierte die Situation. Im Ergebnis scheitert das Vorankommen in dieser Sache seither daran dass die Schörghuber Unternehmensgruppe bislang nicht in eine Erweiterung des Hotels Elephant und eine Modifikation des Parkplatzes (zum Beispiel unterirdisch) investieren möchte. Außerdem jedoch verweigert sie den Dialog mit dem Verein Bach in Weimar (bzw. verschiebt ihn auf einen zukünftigen Zeitpunkt, der derzeit nicht einmal angedeutet wird), der auf Veranlassung der Schörghuber Holding selbst (!) nach Sponsoren gesucht und potente Förderer gefunden hat, welche an diesem Ort gemeinsam mit den Eigentümern investieren möchten. Diese Förderer stehen jedoch seit über 5 Jahren in der „Warteschlange“. Deshalb existiert 25 Jahre nach der „Wende“ im historischen Zentrum Weimars und inmitten des UNESCO-Weltkulturerbes immer noch eine hässliche Bomben- und Baulücke aus dem zweiten Weltkrieg. Deshalb parken da, wo J.S. Bach zehn Jahre komponierte, heute in der Weltkulturstadt die Gäste des Hotels Elephant.

Wir zitieren hier in Auszügen aus den diesbezüglichen Stellungnahmen und Erläuterungen der Schörghuber Holding:

Aufsichtsratsvorsitzende Alexandra Schörghuber am 11.1.2011

Reinhold Weise, Managing Director der Arabella Hospitality Group, am 9.9.2011

Managing Director Reinhold Weise teilte im persönlichen Gespräch im Frühjahr 2012 mit, dass der Weimarer Parkplatz/Bachgrundstück zeitnah in der Konzernspitze „bewertet“ und hierüber erneut beraten werde. Man werde Bach in Weimar e.V. über die Ergebnisse dieser Beratungen auf dem Laufenden halten und den gemeinsamen Dialog, sollten sich hier weiterführende Perspektiven ergeben, ggf. in München fortsetzen. An diesem Punkt, wo positive Signale und Vorgespräche in konkrete Aktivitäten und Planungen hätten münden können, wurde der Kontakt seitens der Eigentümer jedoch abgebrochen. Ein Ergebnis der angekündigten Beratungen in München wurde uns nicht mitgeteilt. An Stelle weiterführender Gespräche trat Stillschweigen. Auf unsere wiederholte Nachfrage erhielten wir eine lapidare Stellungnahme von

Reinhold Weise, am 6. November 2012

Nach zwei weiteren Jahren der Stagnation rief Bach in Weimar e.V. im Februar 2014 eine Online-Petition ins Leben. Im Rahmen der darauf folgenden kritischen internationalen Berichterstattung (Der Spiegel, The Guardian/UK u.a.) äußerte der Konzern gegenüber dem „Spiegel“ (Printausgabe, 31.3.2014), der Standort Weimar sei aus Konzernsicht derzeit für größere Investitionen nicht attraktiv genug (Zitat aus: DER SPIEGEL): „Wir sind ein Unternehmen, das darauf angewiesen ist, Profit zu generieren“ – so Konzernsprecher Reinhold Weise.

Demgegenüber verlautbarte die „Thüringische Landeszeitung“ vom 2. April 2014: „Mit einer Renovierung des Hotels sei nach 2016 zu rechnen, sagte die Sprecherin Simone Mausolf auf Anfrage unserer Zeitung.“ (....) „Es gibt verschiedene Varianten, die alle betriebswirtschaftlich sinnvoll sein müssen.“ )

In einem unmittelbar folgenden Statement an uns wird dieselbe Aussage jedoch wiederum modifiziert, und formuliert wie folgt:

Bernhard Taubenberger, Leiter Kommunikation und Marketing der Schörghuber Holding am 28. April 2014

Seither erhielten wir diese und ähnlich lautende Informationen:

28. April 2014

Fazit:
Wir empfinden zumindest die Informationspolitik der Schörghuber Holding als inkongruent und teilweise auch widersprüchlich, jedenfalls stets hinhaltend:
  • wurde 2011 unser „wunderbares Projekt“ allerseits sehr begrüßt und hoch gelobt, so muss nach weiteren 5 Jahren und unübersehbaren Erfolgen pro Bachhaus nun zunächst eine zeitlich „unbefristete“ (d.h. nicht einmal in Aussicht gestellte) „grundsätzliche Entscheidung über ein etwaiges Investment“ abgewartet werden, um die „Voraussetzungen zu schaffen“ wieder miteinander sprechen zu können (als müssten wir bei Null beginnen?) und anschließend noch generell zu „prüfen, ob hier ein Bachhaus integriert werden kann“
  • Während öffentlich über (einen Teil der) Presse die Karte „Investment in näherer Zukunft“ ausgespielt wird, dreht man sie uns gegenüber wieder um, nach dem Motto: „wenn ich sage, dass ich mein As in den nächsten zwei Jahren nicht ausspiele, bedeutet dies nicht, dass ich es dann im dritten tun werde...“ Stimmt!
  • Es könnte jedoch auch heißen, dass ich überhaupt kein As habe?
  • Oder - nach Weimar übertragen und zu Ende gedacht: Parkplatz forever?!

Wir empfinden diese Aussagen im Gesamten betrachtet daher als einen Rückschritt. Denn im dargestellten Kontext müssen selbst die positiv klingenden Textpassagen („wir stehen zu unserem Wort“... „mit großem Interesse unsererseits...“ ) als Hinhalte-Taktik empfunden werden – ähnlich der „grundsätzlichen Offenheit gegenüber diesem wunderbaren Projekt“ vor 5 Jahren, die bis heute jedoch ohne jegliche Konsequenz bleibt. Weshalb hat man uns seitens der Eigentümer bereits 2007 aufgefordert, nach Sponsoren zu suchen, um diese dann in der Warteschlange stehen zu lassen? Diesen Zustand möchten wir – und mit uns tausende Bachfans weltweit, als deren Vertreter wir uns sehen - nicht tatenlos und unkommentiert im Raum stehen lassen.

Unsere Ansage lautet daher: Informieren wir weiterhin eine breite Öffentlichkeit über diesen Ort! Fragen wir zusätzlich die Bürger Weimars, die Bachfans weltweit, die Stadtentwickler und Städtebauer, Touristiker, die Hoteliers, die Unternehmer, die Künstler und die Musiker ... richten wir die obige Frage an SIE alle: Warum gibt es noch kein Bachhaus in Weimar? Wie verstehen und interpretieren SIE diese Aussagen? Und haben Sie Ratschläge, wie man hier trotz aller Schwierigkeiten vorankommen könnte? Darauf sind wir sehr neugierig und hören Ihnen gerne zu unter weimar-bach-blog.de


Sie können Ihre Fragen oder Anregungen auch direkt an die Eigentümer richten unter:

Schörghuber Holding
Kommunikation & Marketing
Denninger Straße 165
D-81925 München
Telefon + 49 (0)89 9238 –543
Telefax +49 (0)89 9238-603
E-Mail: presse@sug-munich.com

Ihre Meinung in Kurzform können Sie hier auf einer Postkarte ausdrucken und an die Aufsichtsratsvorsitzende, Frau Alexandra Schörghuber, senden.

Ebenso können Sie ggf. gerne Ihre diesbezüglichen Aktivitäten auch mit den Bachfans auf unserem weimar-bach-blog.de (mit)teilen!

8. Was für Vorteile soll ein Bachhaus denn für das Hotel Elephant bringen?

Eine wichtige Frage - denn schließlich ist es vollkommen verständlich, dass die Eigentümer an dieser Stelle nicht zu ihrem eigenen ökonomischen Nachteil agieren möchten. Nicht allein wir sind überzeugt, dass gerade die Eigentümer an dieser Stelle mit dem Namen Bach vielfältig punkten könnten, sowie – not last and not least – auch in wirtschaftlicher Hinsicht profitieren.

Deswegen

  • Haben wir uns auf Bitte der Schörghuber Holding bereits seit 2007 um finanzstarke Partner bemüht, die sich hier einbringen möchten
  • Haben wir einen Letter of Intent (LOI) eines potenten Förderers erwirkt
  • Haben wir prominente Paten geworben die mit ihrem Namen und ihrem Netzwerk für das Projekt stehen
  • Sind wir jederzeit gesprächsbereit, mit den Eigentümern, Fachanwälten  und unseren Förderern ein Szenario zu entwickeln, welches an dieser Stelle eine für alle Seiten positive Entwicklung und Gewinn bringen kann.

Zudem meinen (nicht allein) wir, dass die Eigentümer mit dem Namen BACH in diesem Kontext einen weltweiten Imagegewinn als Förderer von Kultur und als einziges Hotel weltweit unter dem Motto „Logieren bei J.S. Bach“ verbuchen könn(t)en.

Dieser Gedanke ist im übrigen den Eigentümern prinzipiell bestens bekannt: Bereits 2006 fanden Gespräche mit Vertretern der Schörghuber Holding, der Stadt Weimar und des Landes Thüringen bezüglich einer Bebauung eben dieses Parkplatzes im Rahmen eines Public-Private-Partnership statt, wie die „Thüringische Landeszeitung“ am 2. April 2014 berichtete:

„Dass das Unternehmen durchaus auf die Bedürfnisse der Weimarer einzugehen vermag, hat das Jahr 2006 bewiesen: Damals ging es um die Idee, ein neues Bauhaus-Museum in den Erweiterungsbau zu integrieren, wobei es erste Gespräche mit dem Land über eine Öffentlich-Private Partnerschaft gab.“

Damals ging es darum, an dieser Stelle ein Bauhaus-Museum zu integrieren.

Daher fragen – nicht nur wir - uns: Wo ein Wille war, gab es also einen Weg? Liegt es am Ende nur daran dass J.S. Bach (in München oder Weimar?) eine schwächere Lobby hat als das Bauhaus....? Oder dass die entsprechenden Vertreter und Zuständigen Johann Sebastian Bach rein persönlich zufällig weniger schätzen als das Bauhaus?

Haben SIE dazu eine Idee? Verraten sie uns diese unter weimar-bach-blog.de

9. Was sagen die Stadt Weimar und das Land Thüringen dazu?

Eine naheliegende Frage.... im politischen Spiel: „Stadt/Land/Fluss Bach“! Die Politiker antworten bislang mit einem überzeugten „Jain“ und einem Schweigen aus voller Brust. Die Stadt Weimar hat 2010 einen einstimmigen Stadtratsbeschluss zur Befürwortung unserer Aktivitäten und des Projekts gefasst. Der Weimarer Oberbürgermeister Stefan Wolf ist seit 2013 Vereinsmitglied von „Bach in Weimar“ e.V. Seither jedoch hat die Stadt Weimar diesen Stadtratsbeschluss nicht mit einer weitergehenden Unterstützung unserer Sache im Rahmen ihrer ureigensten Kompetenzen untermauert.

Das Land Thüringen hat unter der CDU-Regierung über sieben Jahre nichts zu einem Bachhaus Weimar geäußert. Die Verantwortlichen in der Landesregierung führten trotz mehrfacher Anfragen unsererseits keine Gespräche mit Bach in Weimar e.V. Unter der seit 2014 bestehenden, rot-rot-grünen Regierungskoalition hat sich das Land Thüringen bislang (noch) nicht positioniert. Wir bleiben dran … fragen Sie uns bald wieder!

Oder richten Sie Ihre Anfragen und Anregungen gerne selbst direkt an:

Stadt Weimar:
Oberbürgermeister/Kulturdezernent,
Herrn Stefan Wolf
Rathaus, Herderplatz 14
99423 Weimar
oberbuergermeister@stadtweimar.de

Land Thüringen:
Staatskanzlei, Minister Prof. Dr. Benjamin Immanuel Hoff
Freistaat Thüringen
Thüringer Staatskanzlei
Regierungsstraße 73
99084 Erfurt

Tel. 036137900
poststelle@tsk.thueringen.de
http://twitter.com/BenjaminHoff

Wir danken Ihnen! Gerne können Sie Ihre diesbezüglichen Anregungen auch mit den Bürgern und Bachfans teilen auf: weimar-bach-blog.de

10. Haben Sie sich schon einmal an die EU / UNESCO / Deutsche Stiftung Denkmal­schutz / Kultur­staats­ministerin / Bundes­regierung / … gewandt?

Eine wohlwollende Frage - herzlichen Dank! Wir haben in acht Jahren ehrenamtlicher Vereinsarbeit diverse Anfragen in unterschiedlichen Richtungen unternommen. Letztlich stellen wir jedoch bei verschiedenen für einen solchen Ort zuständigen Institutionen fest, dass gewisse Hemmungen bestehen, sich der Sache engagiert anzunehmen. Diese Vorsicht entspringt letztlich einer einzigen Quelle mit dem Namen: „Privateigentum“.

Ein Beispiel: Unsere Online-Petition wendet sich an die Kulturstaatsministerin Monika Grütters mit der Bitte um Vermittlung eines konstruktiven Dialogs mit den Eigentümern. Die Juristen des Staatsministeriums für Kultur und Medien haben Frau Prof. Grütters abgeraten, sich hier aktiv einzubringen, insbesondere, da es sich um privates Eigentum handle und man den Präzedenzfall fürchte. Natürlich haben wir unseren Appell an die Kulturstaatsministerin nicht im Sinne eines juristisch wirksamen Eingreifens intendiert. Wohl aber sähen (nicht allein) wir eine Stellungnahme der Kulturstaatsministerin auf der Basis ihrer Aufgaben und Ziele (laut Homepage: „Förderung von kulturellen Projekten von nationalem und internationalem Interesse“) als ein Agieren im Rahmen Ihrer ureigensten Kernkompetenz „Kultur“.

Obwohl wir hier nicht das erwünschte Echo erzielten, verfolgen wir natürlich auch diesen Weg weiter – insbesondere auch, da uns das Referat von Staatsministerin Grütters ein persönliches Treffen mit ihr vor Ort in Aussicht gestellt hat. Selbstverständlich beschreiten wir auch weitere, nationale wie internationale, institutionelle Wege weiter!

Können SIE uns hier vielleicht ein paar gute Tipps verraten? Wir spitzen unsere Ohren unter weimar-bach-blog.de

* Und wo sollen dann bitteschön die AUTOS parken?

Wie bitte? Aber klar: Auch eine Frage! Der jetzige Parkplatz inmitten des UNESCO-Weltkulturerbes erweckt jedenfalls bei vielen Menschen andere Fragen (und Antworten), wie zum Beispiel: „Muss das hier so aussehen? Ein Schandfleck!“ oder „Wieso nimmt die Stadt Weimar an dieser Stelle einen solchen Zustand hin und kümmert sich nicht um eine Bebauung?“ und ähnliche.

Wir haben eine künstlerische Antwort (von Alan Warburton/UK) auf die obige Frage in Gestalt einer Tiefgarage entdeckt, die wir an dieser Stelle einbringen möchten … https://vimeo.com/128275855#t=2m35s

Für eine solche Lösung sprechen starke Gründe:

Das im Video eingespielte Werk von Bach wurde in Weimar komponiert.

Unter dem Hotel Elephant existiert bereits eine Tiefgarage. (Im Zuge der Neugestaltung des Hotels durch Adolf Hitler mit eingebaut: damals eine moderne „Sensation“, heute ein völlig gängiges Szenario in Innenstädten.) Daher ist uns, mit Verlaub, diese allerhäufigste Frage ehrlich gesagt unverständlich – wir alle kennen praktikable Alternativen!

Haben auch SIE dazu noch irgendeine kreative Idee geparkt?Wir sind dankbar dafür unter: weimar-bach-blog.de


GESTERN / Vorgeschichte

An diesem singulären Ort ereignet(e) sich deutsche Geschichte quasi wie durch ein Brennglas „gebündelt“ - im Positiven wie im Negativen. Auf wenigen Quadratmetern überkreuzen und entladen sich berührende wie fatale, kriminelle und geniale Schicksale, Energien und Ereignisse: Namen von Weltrang, Hitlers Größenwahn, ein Nazimord, SED-Willkür, veritable Wende-Opfer und eine Weimarer Provinz-Posse...

1708
der junge Bach zieht im „Freihaus“ am Markt mit seiner jungen Familie ein und schreibt hier in den folgenden zehn Jahren unsterbliche Meisterwerke.

1710 & 1714
werden seine beiden berühmtesten Söhne, Wilhelm Friedemann und Carl Philipp Emanuel, hier geboren. Bis 1717 lebt die Bachfamilie am Weimarer Markt. Nach Bachs Weggang aus Weimar „in angezeigter Ungnade“ gerät seine Anwesenheit zunächst weitgehend in Vergessenheit.

1749
eröffnet direkt neben Bachs Wohnhaus das Gasthaus, später Hotel Zum Erbprinzen. Es gilt als erstes Haus am Platze und wird

1803
um das nebenstehende (ehemalige) Bachhaus erweitert: beide Häuser werden hinter einer Fassade „vereint“. Gäste von europäischem Rang wie Napoleon Bonaparte, König Ludwig I, Johann Wolfgang Goethe, Friedrich Schiller, Leo Tolstoi, Richard Wagner, Franz Liszt, Gustav Mahler, Johannes Brahms, Felix Mendelssohn Bartholdy, Gerhart Hauptmann und über 100 weitere dieser „Couleur“ geben sich hier die Klinke in die Hand. Ein Gast allerdings weilt niemals hier: Adolf Hitler. Und dies, obwohl der „Führer“

1935
den Erbprinzen zusätzlich zu erwerben wünscht, um den anstehenden Neubau des direkt rechts angrenzenden Hotels Elephant nach seinen Vorstellungen gestalten zu können. Der Besitzer des Erbprinzen, Carl Vetter, verweigert jedoch einen Verkauf an die NSDAP. Er wird daraufhin verhaftet. Zwei Tage später zeigt „der Kaufmann Emil Kroll“ laut Mitteilung der Behörden/Sterbeurkunde an, dass der Hotelbesitzer Carl Vetter „wie er aus eigener Wissenschaft unterrichtet sei … zu Weimar im Hause Watzdorfstraße 60 … tot aufgefunden worden“ sei. Was diese „Sterbeurkunde“ dezent verschweigt, um den Nazimord notdürftig zu kaschieren: in dem Gebäude, wo Carl Vetter tot aufgefunden wird, sitzt das „Amtsgesundheitsgericht – zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre“, in dessen Innenhof befand sich über ein Jahrzehnt die zentrale Hinrichtungsstätte für Thüringen. Der Sohn Carl Vetters, Wolfgang Vetter, führt anschließend trotz Schikanen durch das Naziregime das Hotel weiter und eröffnet

1939
dort eine Bachstube: das zweite Bachmuseum der Welt - nach dem 1906 gegründeten Bachhaus Eisenach. Am

9. Februar 1945
wird ein Teil des Erbprinzen – das ehemalige Bachhaus – von einer Bombe getroffen und bis auf die Grundmauern und die Renaissance-Kellergewölbe zerstört. Bild (Foto: Günther Beyer, © Constantin Beyer, Weimar)

Nach dem 2. Weltkrieg
wird das unter großen Anstrengungen der Eigentümer wieder errichtete Erdgeschoss des Gebäudes als Bachstube nach historischem Vorbild genutzt. Die Leidensgeschichte der - überlebenden - Besitzer geht jedoch weiter ... allerdings unter neuen Vorzeichen: das angrenzende Hotel Elephant hat mittlerweile die Fahne der SED gehisst und wird zum Interhotel Elephant. Das Hotel Zum Erbprinzen muss sich auf Parteigeheiß umbenennen in Parkhotel zum Erbprinzen, später nochmals verkürzt in Parkhotel. Die Betreiber erhalten nicht genügend Lebensmittelmarken für ihre Gäste und werden von der SED schikaniert – Ziel ist die Enteignung.

1960
flieht die Familie, da Verhaftung drohte, in den Westen und lässt das Hotel zurück. Der Erbprinz/Parkhotel wird noch sieben Jahre unter staatlicher Führung weiterbetrieben, anschließend unter die „Rechtsträgerschaft“ des daneben liegenden Interhotel Elephant gestellt.

1968
jedoch seinem Schicksal überlassen: das unter Denkmalschutz stehende Hotel wird nach und nach ausgeplündert und verfällt. Dieser zunehmend unhaltbar werdende Zustand wird im letzten Vorwende-Winter

1988/89
auf Anordnung der Partei in Erfurt – und gegen das Verbot des Kultusministeriums in Berlin – beendet: die zum Markt hin liegenden ältesten Teile des Erbprinz/Parkhotel werden abgerissen.

Nach der „Wende“
Der ehemalige Eigentümer des Erbprinzen, Wolfgang Vetter,  ist mittlerweile 1972 im Westen verstorben. Seine Frau Jutta Vetter tritt als Erbin an seine Stelle. Seine verbleibende Familie gerät in die „Immobilien-Wirren“ der Nachwendezeit und stellt zunächst einen Antrag auf Restitution. Interhotel Elephant als (s.o.) Rechtsträger tritt gegenüber der Treuhand als Investor auf und behauptet, an dieser Stelle einen Wiederaufbau des Erbprinzen (Parkhotel) realisieren zu wollen – Stichwort: „Investition vor Restitution“. Das Interhotel Elephant argumentiert und „punktet“ als Investor zudem mit der Mittellosigkeit der Familie Vetter. Durch die nachgewiesene Stasi-Beobachtung von Frau Jutta Vetter ist Interhotel als staatliche Einrichtung über deren finanzielle Verhältnisse sicherlich bestens informiert.
Zugleich stellt sich die Comes Bauconcept München als ebenfalls interessierter Investor bei der ehemaligen Eigentümerin Jutta Vetter vor und stellt in Aussicht, den Erbprinzen (Parkhotel) ebenfalls wieder aufbauen zu wollen. Comes Bauconcept erhält schließlich Anfang der 90er Jahre von der Treuhand den Zuschlag. Zugleich erwirbt die Comes Bauconcept das Hotel Elephant und ist somit Eigentümer beider Grundstücke. Dadurch und seitdem sind die beiden Grundstücke des Hotels Elephant und des (ehemaligen, dann abgerissenen) Hotel Erbprinz (Parkhotel) in der Hand eines Eigentümers.

1993/94
werden die Gebäudeteile auf dem hinteren Grundstücksareal ebenfalls abgerissen, mit der Absicht, eine Tiefgarage und darauf einen Wiederaufbau (Eigentümer Comes Bauconcept, Betreiber: Flamberg Hotels) des Hotels zu errichten.

2000
wird das Grundstück erneut verkauft: an die Arabella Hospitality. Diese nutzt das Brachgelände seither als Hotelparkplatz des Hotels „Elephant“. Carl Vetter, Sohn und Nachfahre des letzten Eigentümers Wolfgang Vetter, fragt sich: kann es angehen, dass 26 Jahre nachdem seine Mutter sich zu einem Verkauf genötigt sah (da finanziell nicht in der Lage, zu investieren) die angeblich „sofort zu bebauende“ Fläche immer noch brach liegt? Carl Vetter, regt eine Aufarbeitung der Geschichte dieses singulären Ortes und einen modifizierten Wiederaufbau des Hotels Zum Erbprinzen seit Jahren (partiell gemeinsam mit „Bach in Weimar“ e. V.) schriftlich gegenüber der Stadt und den heutigen Besitzern, der Schörghuber-Unternehmensgruppe München, an – bislang ohne greifbaren Erfolg

2005
bildet sich eine Initiative für ein Bachhaus Weimar an diesem authentischen Ort, ins Leben gerufen durch Alexander Grychtolik.

HEUTE / Aktuell

Johann Sebastian Bach lebte und komponierte von 1708-1717 am Weimarer Markt. Hier wurden auch seine beiden berühmtesten Söhne Wilhelm Friedemann (1710) und Carl Philipp Emanuel (1714) geboren. Dieser Ort ist weltweit singulär: Sämtliche Wohnorte Bach sind entweder unbekannt oder nur noch zu vermuten (Eisenach, Arnstadt, Mühlhausen, Köthen u.a.) oder nicht mehr existent bzw. fremd überbaut (Leipzig). Einzig in Weimar ist noch originale Bausubstanz erhalten. Allein dieser Ort transportiert daher authentisch: hier komponierte Johann Sebastian Bach.

Derzeit betreibt die Schörghuber Holding an dieser Stelle (seit 2000) den Parkplatz des Hotels Elephant. „Bach in Weimar“ e.V. hat mit seiner Gründung 2007 begonnen, sich für ein Bachhaus Weimar an dieser Stelle zu engagieren. Trotz unübersehbarer Erfolge unserer Initiative und vielfacher internationaler Plädoyers und prominenter Paten (darunter zwei Nobelpreisträger) für ein Bachhaus am einzig authentischen Ort haben sich die Münchner Privateigentümer über zehn Jahre nicht zu einem konstruktiven Dialog mit den Befürwortern des Projekts oder Vertretern der Stadt Weimar entschlossen. Deshalb parken dort, wo J.S. Bach zehn Jahre lang lebte und komponierte in der Kulturstadt bis heute die Gäste des Hotels Elephant. Da unsere Initiative über Jahre nichts Signifikantes erreichen konnte, haben wir uns 2014 mit einer Online-Petition an die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters sowie an die Öffentlichkeit gewandt und derzeit bereits rund 15000 Unterstützer für ein Bachhaus Weimar weltweit gefunden, darunter prominente Namen wie Alfred Brendel, Emma Kirkby, Thomas und Michael Sanderling, Thomas Quasthoff, Ludwig Güttler u.v.m.

MORGEN / zukünftig

Die Zukunft dieses Ortes muss noch geschrieben werden. Dies liegt primär in den Händen der Eigentümer: der Schörghuber-Holding in München. Einen Gesamtüberblick über unser Engagement 2007-2015, über die Zukunftsperspektiven sowie einen Einblick in unseren Dialog mit den Münchner Eigentümern (Frage 7) erhalten Sie im Rahmen der „10 häufigsten Fragen“ sowie unserer Antworten darauf.

Die Zukunft eines möglichen Bachhauses in Weimar liegt jedoch ein Stück weit vielleicht auch in Ihrer Hand. Bleiben Sie dran … lesen Sie weiter! Wir meinen: dieser Ort im Zentrum der Weltkulturstadt hat mehr verdient als „Deutschlands prominentesten Parkplatz“.

Denn der § 14 des Deutschen Grundgesetzes lautet: „Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.“ Mit unseren Aktivitäten haben wir den Beweis erbracht, dass es ein breites und internationales Interesse einer „kulturellen Allgemeinheit“ daran gibt, dass hier ein BACHHAUS WEIMAR entsteht: zum Wohle der Allgemeinheit.