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„Das Beste, was wir von der Geschichte haben,  ist der Enthusiasmus, den sie erregt.“ Johann Wolfgang Goethe
BACHS WEIMARER JAHRE
UND WERKE

1703
Im Jahre 1703 hatte Johann Sebastian Bach in Weimar eine erste, kurzweilige Anstellung, als „Laquey“. Sein Dienstherr war Johann Ernst der III. (1664–1707), jüngerer Bruder und zumindest nominell Mitregent des im Residenzschloss regierenden Wilhelm Ernst. Bach selbst sah sich für diese Zeit als „HoffMusicus in Weymar bei Johann Ernsten.“ Hier war Bachs erste Wirkungsstätte in Weimar, seine Mitwirkung als Violinist in der eigenen kleinen Kammermusik des Herzogs wird allgemein angenommen.
1708 – 1717
Während seiner zweiten, dann fast zehn Jahre währenden Anstellung 1708 bis 1717 im Dienste der Weimarer Herzöge wirkte er als Hoforganist in der Schlosskapelle, der sogenannten „Himmelsburg“.

In dieser zweiten Weimarer Periode komponierte Bach einen Großteil seines Orgelwerkes. Mit der Ernennung zum Konzertmeister im Jahre 1714 begann zudem ein reiches Kantatenschaffen, das zugleich auch eine wichtige Basis für seine spätere Leipziger zeit als Thomaskantor bildete. In Weimar entstanden so über 30 Kantaten, zahlreiche Werke für Cembalo Solo (darunter z. B. die „Chromatische Fantasie und Fuge“, aber auch Frühfassungen der Brandenburgischen Konzerte sowie Teile der epochemachenden Partiten für Violine Solo (z. B. die bekannte „Chaconne“ aus der Partita in d-moll). Zu letzteren inspirierte ihn mit Sicherheit auch die  anzunehmende Freundschaft mit Paul von Westhoff, einem der bekannten Violinvirtuosen seiner Zeit, der dasselbe  Haus bewohnt hatte, in dem Bach 1708 einzog. Wir dürfen vermuten, dass der junge Bach sein Violinspiel bei von Westhoff perfektionierte, und der Diskurs mit von Westhoff den jungen Bach zu damals neuen, experimen­tellen Spieltechniken auf der Violine anregte, die er in seine Partiten für Violine Solo integrierte.
1717 – Bach im Weimarer Gefängnis
Vom 6. November bis 2. Dezember 1717 saß Bach in Weimar im Gefängnis. Hier wurde er durch den Fürsten arretiert, die Hofakte vermerkt folgendes: „... der bisherige Concertmeister v(nd). Hoforganist, Bach, wegen seiner Halßstarrigen Bezeügung v(nd) zu erzwingenden dimission, auf der LandRichter-Stube arrêtieret, v(nd) endlich d. 2. Dec. Darauf, mit angezeigter Ungnade, Ihme die dimission durch den Hof Secr(etarius) angedeütet, v. zugleich des arrests befeyet worden.“

Bachs hitzigem Temperament ist es wahrscheinlich zuzuschreiben, dass er hier vom Herzog Wilhelm Ernst durch einmonatige Arretierung zur Raison gebracht werden sollte: schließlich war es für einen Untertanen unausdenkbar – wie Bach getan - bei bestehendem Arbeitsverhältnis an anderem Ort einen neuen Vertrag zu schließen, und sich auch noch anzuschicken, die Stadt bei Nacht und Nebel zu verlassen! Wahrscheinlich ist selten eine Kerkerhaft so produktiv genutzt worden: die Musik­wissen­schaft nimmt an, dass Bach hier begonnen hat, am ‚Wohltemperierten Clavier’ oder auch am „Orgelbüchlein“ zu schreiben...
Wie auch immer: die Entlassung in Ungnade belastete fast 300 Jahre das Verhältnis Bachs zu Weimar – und umgekehrt. Es war an der Zeit, Bach in Weimar wieder in Ehren aufzunehmen!
(siehe „Bachs Rehabilitation“ ⇓ )
2008 – Bachs Rehabilitation in Weimar
Eine überfällige ‚Rehabilitation’ Bachs in Weimar initiierte und realisierte der Verein „Bach in Weimar“ e.V. zu Bachs 300. Jubiläum in Weimar 2008. Sie wurde im Rahmen des Festaktes „Bach und seine Musikfürsten“ zum „emotionalen Herzstück“ der ersten BACH BIENNALE WEIMAR. Hier wurde die Entlassung Bachs in „angezeigter Ungnade“ von Anno 1717 offiziell und urkundlich annulliert, sowie Bach ein symbolischer „Dispens“ von seiner damaligen Kerkerhaft erteilt. Vorgenommen wurde diese „fürst­liche Amtswaltung“ von der einzig historisch hierzu legitimierten Persönlichkeit: Prinz Michael von Sachsen-Weimar-Eisenach, als Nachfahren von Bachs damaligem Weimarer Dienstherrn Herzog Wilhelm Ernst. Eine „Versöhnung“ der damals um Bach konkurrierenden Fürs­ten­häuser Weimar-Eisenach sowie Anhalt-Köthen (letzteres hatte Bach 1717 mit höherem Salär aus Weimar „abgeworben“) wurde bei dieser Gele­gen­heit gleich mit vollzogen: als prominenter Zeuge unter­zeichnete Bachs Weimarer „Rehabilitations-Urkunde“ Prinz Eduard von Anhalt – in seiner Eigenschaft als direkter Nachfahre von Bachs Köthener Dienstherrn ab 1717, Fürst Leopold. Ein willkommener Anlass für die beiden Fürs­ten­häuser, allen Zwist beizulegen, und sich die Hände zu schütteln…

Rehabilitationsurkunde | Rehabilitation (Festivalfilm) | Fotogalerie
Bachs „Weimarer Schreibart“
Bach nahm in Weimar unterschiedlichste Einflüsse auf und ließ sich von diesen inspirieren. Hervorzuheben ist hier auch seine intensive Be­schäf­tigung mit dem italienischen Stil, der sich  nicht nur in den be­kannten Adaptionen von Werken z.B. Antonio Vivaldis auf die Orgel zeigte, son­dern auch der Inspiration durch das an mitteldeutschen Residenzen intensiv gepflegte Kantatenschaffen etwa Ariostis oder Bononcinis. Ebenfalls in Weimar entstand das „Orgelbüchlein“ – Albert Schweitzer nannte es zu Recht aufgrund der „Verdichtung“ von Parametern, die Bachs Kompositionsstil wesentlich mitbestimmen,  „das Wörterbuch der Bachschen Tonsprache“. Die Weimarer Zeit kann für Bachs gesamtes Schaffen als die womöglich prägendste und sicherlich als der Beginn seiner Meisterzeit angesehen werden.
Der berühmte Bach-Biograph Philipp Spitta hierüber: „... Es ist auf den ersten Blick klar, dass sich für Bach und seine Zwecke gar kein güns­ti­gerer Ort denken ließ. Der Weimarische Hof nimmt sich unter den Fürstenhöfen jener Zeit ganz so ernst und überragend aus, wie Bach schon damals unter den Kirchencomponisten; beide scheinen wie füreinander bestimmt gewesen...“

Bachs Weimarer Werke – Gesamtverzeichnis [DOC]