„Sternstunden-Ort“: hier komponierte Johann Sebastian Bach
Hier wohnte Bach „mit seiner Liebsten und deren Schwester“ von 1708-1717. Alle Weimarer Kinder der Bachs wurden hier geboren, darunter die beiden berühmtesten Bach-Söhne: Wilhelm Friedemann (1710) und Carl Philipp Emanuel (1714). An diesem Ort hat er „die meisten seiner Orgelstücke gesetzet“ (so vermerkt der Nekrolog), hier entstanden außerdem über 30 Kantaten, zahlreiche Werke für Cembalo Solo, Frühfassungen der „Brandenburgischen Konzerte“, Solopartiten für Violine u.a.
dieses Foto (Joachim Siegert) der originalen Renaissancekeller entstand kurz vor dem Abriss derselben im Winter 1988/89. Die abgebildeten „Fürstenkeller“ sind die des an Bachs Wohnhaus angrenzenden Gebäudes, jedoch baulich mit diesen identisch.
Hier befinden sich die letzten und einzigen baulichen Zeugen einer
Bach-Wohnstätte weltweit: die Renaissance-Kellergewölbe seines
Wohnhauses, Bachs „Wein- und Bierkeller“, welche unterirdisch erhalten
sind. Es handelt sich zudem um den einzig noch bekannten
Kompositions-Ort des Weltgenies (die Leipziger Thomasschule wurde 1902
abgerissen und ist fremd überbaut); keine von Bachs Wohnstätten in
Eisenach, Arnstadt, Mühlhausen, Köthen u.a. ist heute nachweislich und
aktenkundig gesichert zu verorten – außer Weimar.